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Jahresbericht 2019 Helfer vor Ort - DRK Ortsverein Illingen

Dez. 2019 – Nov. 2020

Gerne möchten wir wieder über die Arbeit des DRK Ortsvereins Illingen berichten.

Allgemeines:

Vieles war geplant für das Jahr 2020, doch es war in vielerlei Hinsicht ein ganz besonderes Jahr. Das DRK im OV Illingen ist in mehreren Bereichen tätig. Die Aufgaben umfassen die satzungsgemäßen Aufgaben wie das Blutspenden, Hausnotruf, Sanitätsdienste, Katastrophenschutz in der 4 Einsatzeinheit, sowie die Arbeit der Helfer vor Ort. Alle Bereiche wurden durch die Corona-Pandemie betroffen. So mussten viele gewohnte Abläufe den aktuellen Gegebenheiten angepasst und hinterfragt werden, andere Dinge mussten erst einmal pausieren und es musste viel nachgedacht und umstrukturiert werden. Sehr erfreulich ist, dass trotz der Pandemie Anfang des Jahres die offizielle Schlüsselübergabe des Depots im Posthof, durch Herrn Bürgermeister Eiberger, an das DRK OV Illingen stattfinden konnten. Wir sind nun stolze Besitzer eines Vereinsheims und bestrebt daraus eine vorzeigbare Heimat und ein Aushängeschild für das DRK in Illingen, mitten im alten Ortskern, zu machen. Es steht der Sanierung des in die Jahre gekommenen Gebäudes nichts mehr im Wege. Als erste und sichtbarste Maßnahme haben wir den Anstrich der Außenfassade beauftragt und die undichten Fenster erneuern lassen. Doch auch da kam „Corona“ wieder einmal und beeinflusste so manche Entscheidung (siehe unten).Erfreulich ist ein weiter Mitgliederzuwachs. Wir begrüßen zwei neue aktive Helfer, welche auch schon ihre Grundausbildungen abgeschlossen haben. Sie werden sich im Bereich Sanitätsdienst, Hausnotruf und Katastrophenschutz einbringen.Im Folgenden möchten wir einige Aktivitäten des DRK in Illingen näher beschreiben.

Blutspende:

Auch in Zeiten einer weltweiten Pandemie werden Blutspenden dringend benötigt. Trotz Corona konnten in diesem Jahr zwei Blutspende-Termine durchgeführt werden, bei denen wir über 300 Blutspender begrüßen durften. Natürlich musste ein pandemiegerechtes Hygienekonzept erarbeitet und umgesetzt werden, um Spender, das Blutspendeteam und die Helfer bestmöglich zu schützen. Der Auf- und Abbau, die Durchführung der Spende, die Verpflegung und Betreuung der Spender musste umstrukturiert und neu durchdacht werden. Die sichtbarste Auswirkung war die Terminvergabe für die Blutspender. Wir befürchteten eine Abschreckung der Spender durch diese notwendige Maßnahme, jedoch das Gegenteil war der Fall. Vielfach wurde genau die Terminvergabe als Innovation gelobt um unnötige Wartezeiten zu vermeiden. Dank der guten Kooperation mit dem Blutspendedienst und den Hausmeistern der Gemeinde Illingen konnten diese Termine reibungslos stattfinden. Jeder einzelne Spender leistet seinen Beitrag um Leben zu retten. Vielen Dank.

Hausnotruf:

Der Hausnotruf ermöglicht gerade älteren Menschen sich in der heimischen Umgebung sicher zu fühlen. Selbständigkeit erhalten ist das Ziel. Aber wenn in einem Notfall Unterstützung gebraucht wird, ist jederzeit per Knopfdruck ein persönlicher Ansprechpartner erreichbar, der die notwendige Hilfe organisiert. 70 Haushalte bzw. Personen, welche einen Hausnotruf haben, werden durch das DRK in Illingen in Kooperation mit den DRK Kreisverband betreut. Dies bedeutet die Sicherstellung einer Rufbereitschaft für 24 Stunden an 365 Tagen im Jahr. Coronabedingt musste die Sicherstellung der Rufbereitschaft in der Zeit von März bis September durch hauptamtliche Mitarbeiter des Kreisverbandes sichergestellt werden. Diese Zeit wurde vom DRK Landes- und Kreisverband benötigt, um ein Hygienekonzept und eine Arbeitsanweisung für den Einsatz ehrenamtlicher Helfer im Hausnotruf zu erarbeiten und mit dem Landesarzt abzustimmen. Unter anderem wurde ein langjähriger Helfer im Hausnotruf der Corona-Risikogruppe zugeordnet und für den Einsatz gesperrt. Für unsere Hausnotrufkunden hatte diese Umstellung keine Auswirkung. Hier zeigt sich die positive Seite der Zugehörigkeit des OV Illingen zum Kreisverband Pforzheim-Enzkreis. Mittlerweile konnten wir ein neues Mitglied im Verein begrüßen, welcher zusammen mit zwei weiteren Helfern nun die Rufbereitschaft im Ort, zusammen mit den hauptamtlichen Helfern der Kreisverbandes, sicherstellt.

Sanitätsdienste:

„Wo viele Menschen sind passiert auch mehr.“ Diese einfache Weisheit ist der Grund, warum bei größeren Veranstaltungen ein Sanitätsdienst vorgeschrieben ist. Der Ortsverein Illingen stellt die sanitätsdienstliche Versorgung für kleine und große Veranstaltungen in Illingen und Schützingen. Doch in diesem Jahr mussten einige schon fast traditionelle Veranstaltungen ausfallen. Somit waren seit März von Seiten des DRK auch keine Sanitätsdienste zu besetzen.Der OV Illingen ist der 4. Einsatzeinheit des Katastrophenschutzes im Enzkreis zugeordnet. Wir unterstützen im Einsatzfall mit Helfern die Fachgruppe „Technik und Sicherheit“. Anfang des Jahres hatten wir einige Aktivitäten gemeinsam mit der 4. EE geplant. Auch hier wurde coronabedingt leider alles abgesagt. Gerade zu beginn der Pandemie war der Katastrophenschutz mehrfach in Alarmbereitschaft versetzt worden. Die Fahrzeuge und das Material wurden auf ihre Einsatztauglichkeit geprüft und bei Bedarf ergänzt. Im DRK Kreisverband wurde ein Einsatzstab gebildet, welche anfangs dauern und später nach Bedarf besetzt wurde. Da bislang der Katastrophenfall nicht ausgerufen wurde, blieb es bei vereinzelten Hilfe- und Unterstützungsleistungen bei der Pandemiebekämpfung.  

Sammlung von Kleiderspenden:

Im Jahr 2020 wurden ca. 15 Tonnen Altkleider gesammelt. Ein Teil der Kleiderspenden wird durch unseren Dienstleister als Second-Hand-Kleidung günstig weitergegeben. Den größeren Teil, meist beschädigte Textilien und nicht mehr tragbare Textilien, gibt das Rote Kreuz an eine Verwertungsgesellschaft, welche diesen wertvollen Rohstoff weiterverarbeitet. So entstehen neue Dinge aus den Stoffen, zum Beispiel Fußmatten, Autositzbezüge oder Putzlappen. Mit dem Erlös kann das DRK seine Aktivitäten in Illingen finanzieren, wie z.B. die Helfer vor Ort. Altkleider Container sind an folgenden Stellen zu finden: Edeka-Parkplatz in Illingen, Parkplatz an der Grundschule in Schützingen, Parkplatz Fa. Fiedler, Hauptstraße 73 in Schützingen. Es ist geplant in der Nähe des DRK Depot am Posthof einen weiteren Container aufzustellen. Hier warten wir noch auf die Freigabe der Gemeinde.
Leider kommt es immer wieder vor, dass die Container als „Sperrmüll“ -Container genutzt werden, was für uns nicht nur Arbeit bedeutet, sondern auch mit Kosten verbunden ist, dass wir den Müll kostenpflichtig entsorgen müssen.

Helfer vor Ort:

Die Helfer vor Ort Gruppe besteht seit 16.12.2015. Seitdem wurden die Helfer vor Ort 1189 mal durch die Integrierte Leitstelle Pforzheim (ILS) alarmiert.
Doch in diesem Jahr wurde aufgrund der Coronalage, vom Landesverband alle Helfer vor Ort-Gruppen erst einmal „stillgelegt“. Die letzte Alarmierung für den HvO-Illingen erfolgte am 9. März. Das erklärte Ziel war, die ehrenamtlichen Helfer und deren Familien zu schützen. So erfolgten im Berichtszeitraum (Dez. 2019 – Nov. 2020) nur 93 Alarmierungen in Illingen und Schützingen. Zum Vergleich waren es im Vorjahr fast 300 Alarme im selben Zeitraum.
Ähnlich wie beim Hausnotruf musste erst ein abgestimmtes Hygienekonzept erarbeitet werden, bevor an einen Neustart der HvO-Gruppen gedacht werden konnte. Da bei der Arbeit in der Notfallrettung das Infektionsrisiko ungleich höher ist, als beim Hausnotruf, waren die Verhandlungen und Abstimmungen zwischen den Verantwortlichen (u.a. Rettungsdienst, Kreis- und Landesbereitschaftsleitungen, Landesarzt, Ärzteschaft) sehr langwierig aber verantwortungsvoll. Das Hygienekonzept und die zugehörigen Dienstanweisungen (über 40 Seiten) lagen dann im September vor und die verschiedenen HvO-Gruppen konnten sich um eine Neuzulassung bemühen. Wir sind dem Kreisverband dankbar, dass er hier verantwortungsbewusst mit dem Einsatz seiner ehrenamtlichen Helfer umgeht.
Allerdings war und ist eine Neuzulassung nur möglich, wenn alle Punkte des Hygienekonzeptes vor Ort eingehalten werden können.
Ein weiterer wesentlicher Punkt des Hygienekonzeptes beinhaltete, dass keine Einsätze mehr mit dem privat PKW angefahren werden durften, was glücklicherweise aufgrund, unseres HvO-Dienstfahrzeuges, kein Problem darstellte. Der Reinigung und Desinfektion des Materials, des Fahrzeuges oder der Dienstkleidung kommt im Hygienekonzept eine große Bedeutung zu und darf nicht mehr im häuslichen Umfeld der Helfer erfolgen. Auch muss sichergestellt werden, dass die Helfer nach dem Einsatz und der Desinfektion sämtlicher Materialien und Kleidungen, duschen und sich umziehen bevor sie ihr häusliches Umfeld betreten.  
Damit verbunden sind weitere Anforderungen an den Ortsverein gestellt worden, welche wir in Illingen nicht erfüllen konnten:
•    Vorhandensein einer nach Geschlechtern getrennte Umkleide
•    Waschmaschine für die Reinigung und Desinfektion der Einsatzbekleidung
•    Mindestens drei Sätze Dienstkleidung je Helfer  
•    Duschmöglichkeit nach dem Einsatz
•    Nichtöffentliche Toilette
•    Bereitstellung von ausreichender Menge an Schutzkleidung (FFP2 und FFP3 Masken, Schutzanzüge, Schutzbrillen)
•    Ausreichende Vorhaltung von Desinfektionsmitteln für Hände, Geräte und Flächen
•    Helfer dürfen keiner Risikogruppe angehören  


Diese sinnvollen Auflagen hatten zur Folge, dass Gelder, welche für die Renovierung des Gebäudes aus Eigenmitteln vorgesehen waren, in die Umsetzung des Hygienekonzeptes investiert werden mussten. Der Vorstand des Ortsverein war sich einig, dass die Wiederaufnahme der Arbeit der Helfer vor Ort eine hohe Priorität hat.
Deshalb wurde in den letzten 10 Wochen ein Raum im Depot renoviert und zu einer Umkleide umgebaut. Hierfür wurden Spinde um Waschgelegenheiten beschafft. Außerdem wurden eine Waschmaschine und Desinfektionswaschmittel gekauft. Den Einkauf von Schutzkleidung und Desinfektionsmittel hatten wir bereits seit März als Daueraufgabe und schon in der Erwartung eines HvO-Neustarts kontinuierlich beschafft. Auch die Beschaffung zusätzlicher Dienstkleidung war kein organisatorisches Problem, als mehr eine große finanzielle Belastung der Vereinskasse. Auch für den Umbau und die notwendigen Anschaffungen gibt es für die HvO-Gruppen keine Zuschüsse der Krankenkassen oder des Landes.
Größtes Hemmnis für den Neustart war die geforderte Duschmöglichkeit. Im DRK Depot gibt es weder Duschen noch WC. Mit Hilfe der Gemeinde arbeiten wir seit Mitte September an einer Übergangslösung, so dass die DRK Helfer in Räumen der Gemeinde bei Bedarf Duschen könnten. Den finalen Arbeitsablauf und die Zugangsberechtigungen erwarten wir in Kürze von der Gemeinde. Vielen Dank an die Mitarbeiter des Ordnungsamtes und Herrn Bürgermeister Eiberger für das Entgegenkommen. Parallel haben wir mit der Beschaffung eines Hygienecontainers begonnen, welchen wir in einer der Garagen des Depots aufstellen. Dieser ist mittlerweile geliefert und wird derzeit installiert. Auch diese Anschaffung hat ein deutliches „Corona-Loch“ in der Vereinskasse hinterlassen.

Wir erwarten nun nach Erfüllung aller Auflagen und nach einer hoffentlich erfolgreichen Begehung des Depots durch die Kreisbereitschaftsleitung die erneute Zulassung des HvO-Illingen.